gesponsertRevision in XXL Schraubenverdichter trotzt aggressivem Kalkofengas

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Verdichter sind das Herzstück der Soda-Anlage im Bernburger Solvay-Werk. Sie fördern Kalkofengas und halten damit die gesamte Produktion am Laufen. Nun wurde der größte Kompressor vor Ort überholt, der sich jetzt in Bestform präsentiert.

Der VRO836 von Aerzen, einer der größten Prozessgasverdichter der Welt, wurde während der Revision komplett auseinandergebaut.(Bild:  Aerzen)
Der VRO836 von Aerzen, einer der größten Prozessgasverdichter der Welt, wurde während der Revision komplett auseinandergebaut.
(Bild: Aerzen)

Der ölfreie Schraubenverdichter VRO836 von Aerzen ist ein echter Gigant mit ~35.000 m3/h Volumenstrom, 2,7 MW Antriebsleistung und 29 Tonnen Gewicht. Beachtlich ist auch seine Lebensdauer: Seit mehr als 25 Jahren ist dieser Prozessgasverdichter – übrigens einer der größten der Welt – im Bernburger Soda-Werk von Solvay im Einsatz und liefert jeden Tag Spitzenleistungen. Nach fünf Jahren Betriebszeit ist eine Revision des XXL-Aggregats erforderlich. Diese wird im Rahmen eines turnusmäßigen Wartungsintervalls durchgeführt. Das Ergebnis der jüngsten Generalüberholung, die durch Aerzener Servicepersonal vor Ort beim Kunden vorgenommen wurde: Die Maschine ist in einem Top-Zustand. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn der VRO836 wird zum pneumatischen Transport von Kalkofengas eingesetzt. Dieses ist in Bernburg hochgradig korrosiv – eine große Herausforderung für Material und Bauteile.

Soda-Standort mit 140-jähriger Geschichte

Das Werk in Bernburg (Saale) ist einer der ältesten Standorte der Solvay-Gruppe. Bereits 1883 wurde dort die Soda-Produktion aufgenommen. Heute stellt der Konzern in Sachsen-Anhalt Soda, Natriumbicarbonat und Wasserstoffperoxid her – und ist bei diesen Produkten Weltmarktführer. Die Stoffe sind für viele Bereiche des täglichen Lebens unverzichtbar. Sie werden zur Herstellung von Glas, Lebensmitteln, Wasch- und Reinigungsmitteln verwendet und spielen auch bei der der Metallverarbeitung, in der Pharmazie, der Elektro- und Computerchip-Industrie sowie im Umweltschutz eine wichtige Rolle.

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Soda ist ursprünglich ein Naturprodukt, das durch Verdunstung am Rande von Salzseen entstanden ist und in der Regel bergmännisch abgebaut wurde und wird. Ernest Solvay, einer der beiden Gründer des Solvay-Konzerns, gelang 1861 die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem Soda preiswert im industriellen Maßstab produziert werden konnte. Bis heute wird synthetisches Soda weltweit mit dem Solvay-Verfahren (auch bekannt als Ammoniak-Soda-Verfahren) hergestellt.

Die Ausgangsstoffe zur Soda-Herstellung sind Salz, Kalkstein und Anthrazit oder Koks sowie Ammoniak, das als Hilfsstoff eingesetzt wird. Der Kalkstein (Calciumcarbonat, CaCO3), der im Bernburger Werk verarbeitet wird, stammt aus einem nahegelegenen Tagebau und wird über eine eigene Werksbahn aus dem Abbaugebiet zum Werksgelände transportiert. In den Kalköfen wird das Gestein in Branntkalk (Calciumoxid, CaO) und Kalkofengas, ein Gasgemisch mit hohem Kohlendioxidgehalt (CO₂), zersetzt. Das Kalkofengas ist zwar nur ein Nebenprodukt des Brennprozesses, aber für die nachgelagerten Prozesse von essentieller Bedeutung.

Pneumatischer Transport von Kalkofengas

„Wir benötigen das Kalkofengas in einer Vielzahl an Anwendungen als Prozessgas. Steht es nicht zur richtigen Zeit in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung, kommt die gesamte Soda-Produktion zum Erliegen. Es ist daher sehr wichtig, dass die Verdichter, die wir für den pneumatischen Transport des Kalkofengases einsetzen, eine hohe Verfügbarkeit erreichen“, so Andreas Boinski, Leiter Technik bei Solvay in Bernburg. Die Leiterin des Technischen Büros Sabine Zepperitz-Thews fügt hinzu: „Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll mit Aerzen zusammen. Das Unternehmen ist einfach der Platzhirsch, wenn es um große Volumenströme geht. Die Maschinen sind robust, langlebig und absolut zuverlässig. Das sichert unsere Produktion.“

Die VRO-Baureihe (heute unter dem Namen VRA bekannt), die in Bernburg eingesetzt wird, ist speziell für die Anforderungen der Prozessgasverdichtung konzipiert. Die Maschinen verdichten und fördern praktisch alle im industriellen Bereich vorkommenden Gase. Sie sind extrem verlässlich und effizient im Betrieb. Oft laufen sie über Jahrzehnte fehlerfrei bei minimalem Wartungsaufwand. Für die Anwender bedeutet das: maximale Prozesssicherheit sowie reduzierte Investitions- und Betriebskosten.

Ölfreie Verdichtung für 100%ige Produktreinheit

VRO- bzw. VRA-Verdichter sind weitgehend unempfindlich gegen Verschmutzung sowie Polymerisation und ermöglichen besonders hohe Druckbelastungen und Rotordrehzahlen. Innerhalb der Verdichtungsräume findet keine metallische Berührung statt – weder zwischen den beiden Rotoren noch zwischen Rotoren und dem Gehäuse. Damit ist eine absolut ölfreie Arbeitsweise gewährleistet, denn die Förderräume und somit das Fördermedium – im konkreten Anwendungsfall das Kalkofengas – bleiben 100%ig rein. Bei Solvay sorgt zudem eine Labyrinthdichtung dafür, dass die Verdichter in sich gasdicht sind. Die Lager erreichen eine Lebensdauer von bis zu 80.000 Betriebsstunden.

Revision der Superlative

Doch auch die beste Technik braucht ab und an mal ein Check-up. Aufgrund seiner beachtlichen Größe und seines immensen Gewichts wurde der VRO836 in Bernburg direkt vor Ort auf seiner Position revidiert. Die Generalüberholung haben die Servicetechniker von Aerzen übernommen, die den Verdichter in- und auswendig. „Eine Revision ist immer eine Art Wundertüte: Man weiß nie, was einen erwartet, wenn das Innere der Maschine offengelegt wird", so Thomas Bäuml, Leiter der Hauptwerkstatt in Bernburg. „Mit Aerzen haben wir die Expertise direkt vor Ort. Sollten Probleme auftreten, können sie schnell behoben werden. Außerdem können wir uns gegenseitig austauschen und voneinander lernen. Das ist großartig – auch für unsere jungen Kollegen.“

Zerlegt in alle Einzelzeile

Die Anlage wurde komplett demontiert und in ihre Einzelteile zerlegt. Alles wurde begutachtet, gereinigt und wenn notwendig repariert bzw. ausgetauscht. Dabei wurden ausschließlich originale Aerzen- Ersatzteile verwendet. Das ermöglicht die volle Funktionalität für einen reibungslosen Betrieb und eine lange Maschinenlebensdauer. Ein dichtes Netz aus Servicestützpunkten und dezentralen Teilelagern stellt kurze Wege und schnelle Reaktionszeiten sicher. Auch alle Ventile und Messmittel wurden getestet und neu kalibriert. Anschließend wurde die Maschine wieder komplett zusammengebaut und in Betrieb genommen.

Der Zustand des Verdichters beeindruckt

Das Kalkofengas im Bernburger Soda-Werk ist sehr korrosiv und bringt viele Werkstoffe an ihre Grenzen. Der Aerzen-Schraubenverdichter zeigte sich von diesen Widrigkeiten unbeeindruckt und präsentierte sich in Top-Form: kaum Verschleiß, keine Leckagen, keine Lagerschäden, bestes Schwingungsverhalten, volle Funktionsfähigkeit. „Der Zustand des Kompressors war hervorragend. Das ist wirklich bemerkenswert. Wir sind begeistert“, bringt es Thomas Bäuml auf den Punkt.

Doch wie konnte der VRO836 den aggressiven Bedingungen über all die Jahre so gut standhalten? Hervorzuheben sind die robuste Konstruktion, die innovative Technologie, die widerstandsfähige Oberflächenbeschichtung (Chemical Coating) und der Einsatz einer besonderen Materialpaarung von Rotor und Gehäuse. Auch die regelmäßigen Wartungen und Services von Aerzen haben ihren Teil beigetragen. Apropos Services: Die Leistungen umfassen Angebote für jede Lebensphase und werden exakt auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten.

Ergänzendes zum Thema

Schon gewusst? Der VRO836 ist nicht der einzige Aerzen-Verdichter bei Solvay. Die gesamte Unternehmensgruppe vertraut auf die zuverlässige Technik und den exzellenten Service des Kompressorspezialisten.

„Wir streben eine hohe Verfügbarkeit unserer Anlagen an. Daher legen wir Wert darauf, dass nach der Revision ein quasi Neu-Zustand entsteht“, macht Andreas Boinski deutlich, der betont, dass Aerzen ein exzellenter Service-Partner ist So sei die Revision kompetent und effizient durchgeführt worden, sodass der Verdichter sehr schnell wieder einsatzbereit war. Die erfahrenen Techniker kennen sich nicht nur mit ihren Maschinen hervorragend aus, so Boinski, sondern sind auch mit den Gegebenheiten bei uns vor Ort und unseren Prozessen bestens vertraut: „Das ist uns sehr wichtig und macht die Zusammenarbeit einfach.“

Powtech: Halle 9, Stand 420

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