Kreislaufwirtschaft Wertstoffpotenzial in MVA-Aschen entdecken
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Mit einem neuen Verfahren ist ein Durchbruch bei der Aufbereitung von Müllverbrennungsasche gelungen: Bis zu 80 Prozent der Trockenmasse können fortan zu zertifizierten Rohstoffen aufbereitet werden.
Mit dem IRRT-Verfahren (Innovative Ressource Recovery Technology) werden aus Müllverbrennungsaschen Rohstoffäquivalente gewonnen, die aufgrund ihrer Reinheit Rohstoffe aus primären Ressourcen ersetzen können. Dies ist ein entscheidender Faktor, um eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Die auf diese Weise produzierten Rohstoffe bieten zudem signifikante CO2-Einsparpotenziale. Zu den Rohstoffen zählen
- Metalle: Eisen, Aluminium, Kupfer, Edelstahl, Zink, Blei, Gold, Silber
- Glas: RC-Glas Ultrasilit für die Herstellung von Gebäudedämmstoffen aus Schaumglas
- Bauprodukt: Gesteinskörnung Ultralt als Sand- oder Kiesersatz für Beton
„Mit dem IRRT-Verfahren bricht eine neue Ära in der Kreislaufwirtschaft an“, ist Dr.-Ing. Robert Eggersmann von dem Verfahren überzeugt. Der Leiter der Digitalisierung bei Eggersmann ist einer einer der drei Geschäftsführer bei Proclir. „Durch die bisherige Nutzung von aufbereiteten Rostaschen als Tragschichtmaterial werden zwar bereits Baustoffe substituiert, aber es ist noch kein Recycling im Sinne einer Rückgewinnung von Rohstoffen. Dies wird sich mit dem neuen Verfahren ändern.“ Bis zu 80 Prozent der Trockenmasse können als vollwertige Rohstoffe/Erzeugnisse in Einklang mit der REACH-VO sowie dem Chemikalien- und Produktrecht (ECHA) wieder nutzbar gemacht werden. Konkret geht es dabei um den mineralischen Anteil und das in der Rostasche enthaltene Glas. „Die mit unserem Verfahren erzeugte Gesteinskörnung erfüllt die strengen Vorgaben EU 305/2011 und DIN EN 12620. Damit kann sie in der Betonproduktion für hochwertige Baustoffe eingesetzt werden und ersetzt schon heute begrenzt verfügbare Naturprodukte wie Sand und Kies. Gleichzeitig wird dadurch der zu deponierende Reststoff signifikant verringert“, erklärt Claus Gronholz. Als Leiter für Forschung und Entwicklung bei Proclir ist er der maßgebliche Kopf hinter dem neuen Verfahren. Seit 2009 forscht er für die H.U.R. Hamburg (Hamburger Umwelt Recyclingtechnologien) an Lösungen zur Behandlung von Rostaschen im eigenen Forschungszentrum in Bispingen. Mit dem neuen IRRT-Verfahren soll die in der Asche enthaltene Gesteinskörnung fortan bis zu 95 Prozent extrahiert und aufbereitet werden – für Glas gibt das Unternehmen einen mit 85 Prozent ebenfalls sehr hohen Wert an.
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