VDMA-Sonderschau auf der Powtech Schüttgut-Branche trotzt der Rezession

Von Sabine Mühlenkamp 2 min Lesedauer

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Erstmals wurde die VDMA-Sonderschau auf der Powtech von den Fachverbänden Allgemeine Lufttechnik und Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate organisiert. Die Prognose: Volle Auftragsbücher, aber eine sich verändernde Auftragslage.

Robert Hild, Geschäftsführer VDMA Allgemeine Lufttechnik(Bild:  Mühlenkamp/SCHÜTTGUT)
Robert Hild, Geschäftsführer VDMA Allgemeine Lufttechnik
(Bild: Mühlenkamp/SCHÜTTGUT)

Die Allgemeine Lufttechnik fasst Technologien der Klima- und Lüftungstechnik mit Raumlufttechnik sowie Prozesslufttechnik, Luftreinhaltung, Kälte-, Trocknungs- und Oberflächentechnik zusammen. Für das Jahr 2023 prognostizieren diese Branchen weiterhin eine positive Umsatzentwicklung. Dies liegt vorrangig an den langen Projektlaufzeiten, die derzeit noch für gut gefüllte Auftragsbüchern der Anlagenbauer sorgen.

Der aktuelle Auftragseingang zeigt jedoch, dass sich die Ausgangslage verändert: Im Zeitraum Januar bis Juli dieses Jahres sanken die Bestellungen für alle Segmente um insgesamt real 16 Prozent zum Vorjahr. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Produktionsindex der Allgemeinen Lufttechnik wider: Er legte von Januar bis Juli 2023 zwar um nominal 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wird aber in der laufenden zweiten Jahreshälfte voraussichtlich nicht an die positive Entwicklung anknüpfen können. Im Gesamtjahr 2022 erreichte die deutsche Produktion einen Wert von 17,3 Milliarden Euro. „Die Rezession zeigt sich mittlerweile auch in den Zahlen von Deutschlands innovationsstärkster Branche“, sagt Robert Hild, Geschäftsführer VDMA Allgemeine Lufttechnik.

Europa blieb der wichtigste deutsche Absatzmarkt mit einem Zuwachs von 11 Prozent (5,2 Milliarden Euro). Als größter Einzelmarkt verzeichneten die USA ein nominales Wachstum von 4 Prozent auf 930 Millionen Euro. Hohe Nachfragen waren zudem aus Lateinamerika sowie dem Nahen und Mittleren Osten zu verzeichnen. Lieferungen nach China (Rang sechs der wichtigsten Abnehmerländer) waren hingegen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2023 gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Der Wert fiel um 3 Prozent auf 514 Millionen Euro.

Verfahrenstechnik verzeichnet gestiegene Auslandsnachfrage

In der Verfahrenstechnik steigt der kumulierte preisbereinigte Umsatz für die ersten sieben Monate um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Begründet liegt dies in den Werten für das Inland (plus 16 Prozent), die Euro Länder (plus 17 Prozent) sowie die Nicht-Euro-Länder (plus 6 Prozent). Beim preisbereinigten Auftragseingang zeigt der Monatswert Juli aufgrund gestiegener Auslandsnachfrage ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Insgesamt ergibt sich für das bisherige Jahr 2023 jedoch ein leichter Bestellrückgang von minus 2 Prozent. Grund hierfür ist vor allem die schwächere Nachfrage aus den Euro-Ländern (minus 30 Prozent). Bestellungen aus dem Inland und aus den Nicht-Euro-Ländern stiegen dagegen um 18 beziehungsweise 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Knapp ein Viertel der Unternehmen ist pessimistisch

Gemäß der letzten VDMA-Blitzumfrage (Ende Juni), gaben die teilnehmenden Mitglieder des Fachverbands Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate jedoch an, dass Beeinträchtigungen durch Auftragsverluste und Stornierungen mittlerweile deutlich geringer spürbar sind. Fast die Hälfte der Unternehmen bewerten das Jahr 2023 optimistisch bis überwiegend optimistisch. Allerdings sind auch 23 Prozent überwiegend pessimistisch oder pessimistisch eingestellt.

Der Export der Verfahrenstechnik ist in den ersten sieben Monaten des Jahres 2023 um 4,2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen. Die USA sind damit zum wichtigsten Absatzmarkt außerhalb der EU geworden. Am Gesamtvolumen hält das Land nunmehr 10,8 Prozent. China ist weiterhin zweitwichtigster Markt (Anteil von 9,5 Prozent), hat aber gegenüber dem Vorjahr eingebüßt (von 431 auf 415 Millionen Euro). Platz drei nimmt Frankreich mit 267 Millionen Euro ein. 

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