Sieben, Klassieren, Mischen – die Ursprünge dieser Verfahren sind fast so alt wie die Menschheit und doch haben sie großen Einfluss auf unsere heutige Lebensqualität. Die Powtech als Schaufenster der mechanischen Verfahrenstechnik spannt den Bogen zwischen bewährter Technologie und Innovation.
Wohin bewegt sich die mechanische Verfahrenstechnik? Antworten darauf gibt es Mitte April in Nürnberg.
(Bild: Messe Nürnberg)
Zusammenklebendes Waschpulver oder Müsli mit oben schwimmenden Kakaoflocken sind Situationen aus dem Alltag, die jeder kennt. Ärgerlich, aber meist mit einem energischen Schütteln aus der Welt geschafft. Ungleich komplizierter wird die Prozedur, wenn die Herstellung im Tonnenmaßstab erfolgen muss oder die Partikelgrößen im Nanometerbereich liegen. Ebenfalls herausfordernd ist die Situation, wenn es sich um Batteriemassen handelt, bei denen quasi Korn für Korn exakt nebeneinander ausgerichtet werden muss. Schon mit diesen wenigen Beispielen wird deutlich, wie groß das Spannungsfeld der mechanischen Verfahrenstechnik ist, und dabei wurden Aspekte wie der Explosionsschutz, das Einbringen von Flüssigkeiten oder Hygienic Design noch nicht einmal erwähnt.
Event-Tipp der Redaktion Das 13. Schüttgut-Forum findet auch 2019 wieder im Rahmen der Förderprozess-Foren statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Programm, Erfahrungsaustausch und Rahmen des Forums sind top, wie uns Teilnehmer dieser Nutzwertveranstaltung bestätigen. Unsere Bildergalerien zum letztjährigen Event zeigen Impressionen der Veranstaltung sowie die Referenten des Schüttgut-Forums.
Das Aufgabenfeld ist also komplex und dessen Bedeutung wird angesichts von Trends wie der steigenden Fertigung von Batterien oder der additiven Fertigung weiter zunehmen. Auf der diesjährigen Powtech präsentieren 744 Aussteller ihre Weiterentwicklungen zu mechanischen Prozessen wie Zerkleinern, Agglomerieren, Trennen, Sieben, Mischen, Lagern und Fördern. Diese kommen aus 32 Ländern, die größte Gruppe mit 451 nehmen deutsche Aussteller ein, gefolgt von Italien, der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden. Powtech-Leiterin Beate Fischer erwartet trotz einem schwierigen Marktumfeld ungefähr 16.000 Fachbesucher in Nürnberg. Dies entspricht etwa der Besucherzahl aus dem Jahr 2016.
Neue Hallenaufteilung erlaubt besseren Rundgang
Um den Wünschen der Aussteller gerecht zu werden, hat der Messeveranstalter die Hallenaufteilung überarbeitet. So ist der Hallenrundgang um die Halle 5 erweitert worden, wie Fischer Mitte Januar erläuterte: „Die Aussteller haben sich einen verbesserten Rundgang der Fachbesucher gewünscht. Das haben wir aufgenommen.“ Auch bauliche Veränderungen wurden eingebunden. Als Konstante bleibt der Pharmaschwerpunkt in Halle 3. Belegt sind damit die Hallen 1, 2, 3, 4, 4A und 5.
Schub für die pneumatische Förderung
Jeder Apparat und jede Anlage in der mechanischen Verfahrenstechnik stellt ihre eigenen Anforderungen, abhängig vom Produkt, der Branche und den jeweiligen Rahmenbedingungen, etwa aus Sicht des Ex-Schutzes. In der pneumatischen Förderung, die in der Nahrungsmittel- und Futterindustrie große Bedeutung hat, sind vor allem die Qualität der Endprodukte, aber auch die Gesamtwirtschaftlichkeit der Prozesse entscheidend. Hersteller von Gebläsen und Vakuumsystemen haben sich darauf eingestellt und geben auf der Messe interessante Blicke auf aktuelle Entwicklungen hinsichtlich Verfügbarkeit, Luftqualität, Plug & Play-Lösungen, Energieeffizienz und Einbindung in Industrie-4.0-Konzepte. „Für die pneumatische Förderung von Schüttgütern in der Nahrungsmittelindustrie sehen wir“, so Wolfgang Hartmann, Leiter Marketing bei Kaeser Kompressoren, „dass weiterhin verstärkt Drehkolbengebläse eingesetzt werden. Dies hat sicherlich seine Begründung darin, dass Drehkolbengebläse durch ihre Robustheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit ideal für diesen Einsatzfall sind.“
Beim Schüttgütertransport in der Lebensmittelproduktion werden zudem die Anforderungen an die Druckluft hinsichtlich Luftqualität immer höher werden. Daher bieten die Aussteller ein speziell dafür konzipiertes Zubehörprogramm für Lufttrocknung und Kühlung an.
Schneller vom Labor zum Prozess
Auch inhaltlich will die Powtech wieder Ausrufezeichen setzen: Eine der großen Herausforderungen in den Branchen Pharma, Kosmetik und Health-Food ist z.B. seit jeher, die Entwicklungszeiten zu verkürzen. Bosch hat einen Lösungsansatz für Hersteller fester oraler Darreichungsformen entwickelt und wird diesen in Nürnberg erstmals offen in Deutschland zeigen, so der Messeveranstalter. Nach Ausstellerangaben ist dies die erste Laboranlage, mit der verschiedene Hilfs- und Wirkstoffe dosiert, gemischt, granuliert und getrocknet werden können. Zudem ist es auch die erste Anlage, mit der Pharmazeuten sowohl Formulierungen für die kontinuierliche Herstellung als auch für Batch-Produktion entwickeln können.
Fritz-Martin Scholz, Produktmanager für die Xelum bei Bosch Packaging Technology, erläutert die Details: „In der kontinuierlichen Herstellung liegt die größte Herausforderung in der präzisen Dosierung der Ausgangsmaterialien. Unser Ansatz: Im Gegensatz zum sonst üblichen Massenstrom erfolgt die Dosierung von Hilfs- und Wirkstoffen in der Anlage als diskrete Masse. Dafür dosiert, mischt und granuliert die Anlage absatzweise einzelne Pakete, welche die Prozesskette kontinuierlich durchlaufen und fortlaufend aus der Anlage entnommen und in Gebinde entleert werden. Dadurch lassen sich nicht nur die Komplexität der Prozessführung reduzieren, sondern auch die Genauigkeit und Qualität des Endprodukts erhöhen. Außerdem ist die Rückverfolgbarkeit der Ausgangsstoffe permanent gewährleistet.“
Stand: 08.12.2025
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Dem Staub deutliche Grenzen setzen
Ob Nanoteilchen oder grobkörnig – jedes Partikel stellt seine eigenen Anforderungen.
(Bild: Messe Nürnberg)
Mit einer Sonderschau in Halle 2 (Stand 121) zeigt der VDMA effiziente und sichere Prozesse für den Arbeits- und Umweltschutz, um dem Staub Grenzen zu setzen. Und dies gilt für alle Branchen. Die Exponate der ausstellenden Unternehmen kommen aus der Entstaubungstechnologie, der Explosionsdruckentlastung und der Prozesslufttrocknung. „Die Technologien unserer Exponate tragen in hohem Maße zu Arbeitsschutz- und Umweltstandards in den Bereichen Luftreinhaltung und Trocknung bei“, sagt Guntram Preuß, Referent der Fachabteilung Trocknungstechnik. „Insbesondere die Digitalisierung bietet bei der Steuerung und Überwachung dieser Prozesse weitere Optimierungsmöglichkeiten.“
Alle drei Jahre bringt die Partec (Träger ist die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen), als einer der weltweit führenden Kongresse für Partikeltechnologie die Fach-Community in Nürnberg zusammen. Und auch in diesem Jahr werden hier mehr als 500 Teilnehmer erwartet. „Unser Motto ‚Particles for a better life‘ verdeutlicht die Schlüsselrolle der Partikelforschung“, so Professor Stefan Heinrich, Chairman der diesjährigen Veranstaltung. „Daher werden wir 2019 stark Zukunftstechnologien in den Blick nehmen, etwa aus den Life Sciences, der Energie- und Umwelttechnik oder der Additiven Fertigung. Es wird darum gehen, wie die Partikeltechnologie diese Anwendungen voranbringen kann.“
Abgerundet wird das dreitägige Messegeschehen durch weitere zahlreiche Vorträge, einen Sonderbereich zum Thema Explosionsschutz mit Live-Explosionen und einem Pharmaforum, auf dem sich Pharma-Experten austauschen können.