Zur Beförderung von Schüttgut werden fast immer Förderschnecken aus Stahl verwendet mit einigen Nachteilen etwa in Bezug auf Gewicht oder Formgebung. Das französische Ingenieurbüro Exventys entwickelte nun eine völlig neue Schnecke aus Polymer.
Die Förderschnecke vermeidet dank neuem Werkstoff Abrieb- und Wartungsprobleme.
(Bild: Exventys)
Förderschnecken aus Stahl waren bis dahin für Industrieunternehmen die einzige Lösung zum Befördern loser Feststoffe gewesen. Für viele Firmen erwies sich der Einsatz von Stahlschnecken jedoch als problematisch. Samir Osmani, CEO des Ingenieurbüros Exventys erläutert, warum: „Stahl ist schwer, starr, erfordert ein spezielles Know-how in der Formgebung des Metalls und impliziert strenge Konstruktionsregeln in Bezug auf das Schweißen, die Bearbeitung, das Hämmern usw. Bei einer langen Schnecke beispielsweise sind Zwischenlager, also auch Aufhängungen und Sonderkonstruktionen erforderlich. Verbiegen oder verdrehen sich lange Schnecken, lassen sie sich nur sehr schwer wieder richten: Dieser Vorgang ist besonders heikel, wenn der Förderer bei Anwendungen abmontiert werden muss, in denen explosive Pulver verwendet werden. Hier kommt es zu Sicherheitsproblemen am Arbeitsplatz“. Hinzu kommen Korrosions-, Abrieb und Lärmprobleme im Zusammenhang mit dem Stahl. Bis jetzt haben Hersteller und Betreiber von Förderanlagen vergebens nach Lösungen gesucht, um diese betrieblichen Nachteile zu beseitigen.
Suche nach einer wartungsfreien Lösung
„Die Archimedys-Schnecke geht auf die Anfrage eines unserer Landmaschinenkunden zurück, der eine Förderschnecke zum Sortieren von Trauben und Trennen von Rebentrieben verwendete", erklärt Osmani. „Die Kosten für die Wartung und Instandhaltung seiner Schnecke waren extrem hoch. Er bat uns, eine Lösung zu finden, die wartungsfrei, günstig und effizient sei.“ Exventys entwickelte daraufhin den Prototyp einer modularen Schnecke aus technischem Polymer, die in zahlreichen Einsatzgebieten genauso widerstandsfähig war wie Stahl. Dieser Prototyp funktionierte so gut, dass man die Lösung in der Schüttgutindustrie vorstellte.
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Um eine wirklich bedarfsgerechte Lösung zu finden, legte Exventys zunächst fest, welche Bedingungen die Schnecke idealerweise erfüllen sollte. Osmani beschreibt die Anforderung: „Die Lösung sollte kein besonderes Know-how bei der Herstellung eines Schneckenförderers erfordern, keine Wartungsprobleme aufwerfen und idealerweise aus einem Produkt bestehen, das die Nutzer selbst reparieren können. Eine Reparatur sollte ohne Spezialwerkzeug und vor allem ohne Schweißarbeiten möglich sein. Außerdem sollte die Schnecke eine hohe Abriebfestigkeit aufweisen. Kurzum, wir mussten eine Universallösung finden.“ Mit diesen Zielen vor Augen konzipierte Exventys die Archimedys-Reihe mit selbstmontierbaren Förderschnecken mit einem Durchmesser von 50 bis 304 mm (von 2 bis 12 Zoll), um den Bedarf an seriengefertigten leichten und mittelschweren Schnecken zu decken.
Für schwere Schnecken ist weiterhin Stahl erforderlich, da sie eine hohe mechanische Festigkeit erfordern. „Die Archimedys-Lösung ist für 80 % aller Anwendungen geeignet", so der CEO. „Unser patentiertes Produkt bietet ein Material und eine Form, die hohen Belastungen standhalten.“
Einsatz unter Atex-Bedingungen
Exventys hat verschiedene Reihen entwickelt, für die Industrie, Lebensmittel und Atex-Anwendungen Der CEO erläutert das Konzept: „Das Techno-Polymer hat ausgezeichnete Abrieb- und Biegefestigkeitseigenschaften. Darüber hinaus ist es leitfähig, wodurch die statische Elektrizität, die sich bei bestimmten Schüttgütern bildet, abgeleitet werden kann. Die Schnecke ist damit für den Einsatz in Atex 2.0-Zonen geeignet.“
Eines der Hauptprobleme bei Förderschnecken aus Stahl ist, dass der Stahl im Kontakt mit dem Förderer zu Verschleiß, Abrieb und Lärm führt. Bei der Archimedys-Lösung kann die Schnecke mit dem Förderer in Kontakt kommen, ohne dass Probleme an den Zwischenräumen und Zwischenlagern auftreten. Da die Metallgeräusche der im Förderer rotierenden Schnecke entfallen, ist der Betrieb sehr leise.
Modularer Aufbau
Die Schnecke lässt sich ohne besonderes Know-how selbst zusammenbauen, da sie aus standardisierten Katalog-Bauteilen zusammengesetzt wird „Das ist ein enormer Vorteil, wenn die Schnecke beispielsweise in Fabriken oder im Gelände an besonders schwer zugänglichen Stellen eingesetzt werden soll", erklärt der CEO. Das modulare System hat weitere Wartungsvorteile. Sind an einer 7 Meter langen Schnecke beispielsweise nur 30 Zentimeter beschädigt, kann das Wartungspersonal die betroffenen Partien einfach durch neue ersetzen. Dank des Modulsystems kann die Förderschnecke im Vergleich zu einer Standard-Stahlschnecke, deren Herstellung zwei bis drei Wochen dauert, in nur wenigen Minuten zusammengesetzt werden. Das geringe Gewicht senkt den Energieverbrauch um bis zu 50 %.
Stand: 08.12.2025
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