Gewinnung von Europium
Seltene Erden schürfen aus Elektroschrott

Quelle: Pressemitteilung ETH Zürich 2 min Lesedauer

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Ein Enzym, das als Bindungsstelle für Metalle dient, kann bestimmte Seltenerdmetalle voneinander trennen. In einem Machbarkeitsnachweis gewinnt das Verfahren direkt aus Leuchtstoffpulver von verbrauchten Energiesparlampen Europium in viel höherer Menge als bestehende Methoden. Nun soll der Ansatz erweitert werden.

In der linken Hand der Rohstoff Leuchtstofflampe, in der rechten das gelbe Reagenz, das seltene Erden trennen kann: ETH-Doktorandin Marie Perrin präsentiert den neuen Recycling-Ansatz.(Bild:  Fabio Masero / ETH Zürich)
In der linken Hand der Rohstoff Leuchtstofflampe, in der rechten das gelbe Reagenz, das seltene Erden trennen kann: ETH-Doktorandin Marie Perrin präsentiert den neuen Recycling-Ansatz.
(Bild: Fabio Masero / ETH Zürich)

In natürlichen Erzen kommen Selten Erden stets gemischt vor – doch da sich diese Elemente chemisch sehr ähnlich sind, lassen sie sich nur schwer voneinander trennen. Traditionelle Trennverfahren sind daher sehr chemikalien- und energieintensiv und erfordern etliche Extraktionsschritte. Das macht die Förderung und Reinigung der Metalle teuer, aufwändig und für die Umwelt enorm schädlich. „Trotzdem werden seltene Erden in Europa noch kaum wiederverwertet“, sagt Victor Mougel, Professor am Laboratorium für Anorganische Chemie der ETH Zürich. Eine Team von Forschenden unter Mougels Leitung will das ändern. In einer kürzlich im Fachjournal Nature Communications publizierten Studie präsentiert das Team eine einfache Methode, mit der sich das Seltenerdmetall Europium effizient aus komplexen Gemischen von anderen seltenen Erden abtrennen und wiederverwerten lässt.

Von der Natur inspiriert

Marie Perrin, Doktorandin in Mougels Gruppe und Erstautorin der Studie, erklärt: „Bestehende Trennverfahren beruhen auf Hunderten von Flüssig-Flüssig-Extraktionsschritten und sind ineffizient, und das Recycling von Europium war bislang wenig praktikabel.“ In ihrer Studie zeigten sie nun, dass ein einfaches anorganisches Reagenz diese Trennung erheblich verbessern kann. „Damit gewinnen wir Europium in wenigen einfachen Schritten – und das in Mengen, die mindestens 50-mal höher sind als mit bisherigen Trennmethoden“, so Perrin.

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