Verbundprojekt P-Net
Phosphor-Recycling: Vom Klärschlamm zum Pflanzendünger

Quelle: Pressemitteilung TU Braunschweig 2 min Lesedauer

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Die weltweiten Phosphorvorkommen sind begrenzt. Daher spielt die Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser und Klärschlamm eine wichtige Rolle. Das Projekt „P-Net“ zielt nun auf die Erzeugung des kristallinen Phosphorprodukts Struvit ab.

Die Anlage zur Struvitfällung auf dem Klärwerk Steinhof in Braunschweig.(Bild:  Thomas Dockhorn, ISWW, TU Braunschweig)
Die Anlage zur Struvitfällung auf dem Klärwerk Steinhof in Braunschweig.
(Bild: Thomas Dockhorn, ISWW, TU Braunschweig)

Rund 60.000 Tonnen Phosphor enthalten die rund zwei Millionen Tonnen Klärschlamm, die jährlich in deutschen Kläranlagen anfallen. Daraus könnten rund 40 Prozent des Phosphorbedarfs für Mineraldünger gedeckt werden. Bislang wurde der Schlamm jedoch meist verbrannt, die phosphorreiche Asche entsorgt. Teilweise wurde der Klärschlamm auch als Dünger auf die Felder ausgebracht. Mit der Novellierung der Klärschlammverordnung hat die Bundesregierung 2017 auch die Verwertung neu geregelt. So müssen Betreiber von Kläranlagen spätestens ab 2029 Phosphor aus dem Klärschlamm oder der Klärschlammverbrennungsasche zurückgewinnen und recyceln. Eine landwirtschaftliche Ausbringung ist dann ebenfalls nicht mehr möglich.

Ein „Betriebsproblem“ der Kläranlagen

Hier setzt das Verbundprojekt „P-Net“ an, das von der TU Braunschweig koordiniert wird. Die Forschenden verfolgen das Phosphor-Recycling auf der sogenannten Struvit-Schiene. Bei diesem Verfahren werden durch Fällung und Kristallisation kristalline Phosphorprodukte hergestellt, insbesondere Magnesium-Ammonium-Phosphat (Struvit). Dabei war Struvit zunächst ein Nebenprodukt oder vielmehr ein „Betriebsproblem“ der Kläranlagen, das bei hohen Konzentrationen von Ammonium, Phosphat und Magnesium entsteht. Die Struvitkristalle führen häufig zu Verkrustungen, unter anderem an Rohrleitungen, Wärmetauschern und Ventilen, und damit zu Störungen im Betrieb. Deshalb wurden Verfahren entwickelt, um das Struvit gezielt zu fällen und damit besser kontrollieren zu können. Auf den Kläranlagen in Gifhorn und Braunschweig haben die Anlagenbetreiber solche Verfahren bereits installiert.

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