Eurosac-Kongress 2025 Papiersäcke von morgen im Blick

Quelle: Pressemitteilung Eurosac 4 min Lesedauer

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Mitte Mai kamen mehr als 130 Branchenfachleute in Thessaloniki, Griechenland, zum Eurosac-Kongress 2025 zusammen. Zu den Themen zählten regulatorische Entwicklungen, das Recycling von Papiersäcken und notwendige Verhaltensänderungen. Im Mittelpunkt stand der Eurosac Grand Prix Award, der die zukunftsweisendsten Projekte der Branche präsentierte.

Die Jury, Preisträger und Teilnehmende des Grand Prix Awards (von rechts nach links): Jurymitglieder Larry Challis (Challis Clarke Enterprises), Herbert Rode (Windmöller & Hölscher) und Carla Croso (Saccarta), Antonio Carlos de Liz (Klabin), Fabio Barbieri (Mondi), Wilhelm Dyckerhoff (dy-pack), Eurosac-Präsident Alessandro Selmin (Corazza), Matthias Becker-Gröning (W. Gröning), Mark van der Merwe (Billerud) und Moderator Ingo Theissen.(Bild:  Eurosac)
Die Jury, Preisträger und Teilnehmende des Grand Prix Awards (von rechts nach links): Jurymitglieder Larry Challis (Challis Clarke Enterprises), Herbert Rode (Windmöller & Hölscher) und Carla Croso (Saccarta), Antonio Carlos de Liz (Klabin), Fabio Barbieri (Mondi), Wilhelm Dyckerhoff (dy-pack), Eurosac-Präsident Alessandro Selmin (Corazza), Matthias Becker-Gröning (W. Gröning), Mark van der Merwe (Billerud) und Moderator Ingo Theissen.
(Bild: Eurosac)

„Wir leben in komplexen Zeiten, die von geoökonomischen Herausforderungen geprägt sind“, sagte Eurosac-Präsident Alessandro Selmin zur Eröffnung. „Das macht Plattformen wie den Kongress umso wichtiger – um zentrale Branchenthemen anzugehen und die Zukunft durch das Engagement unserer Mitglieder und die Stärke unserer Organisation zu gestalten.“

Positiver Marktrend

Nach einem starken Rückgang im Jahr 2023 zeigte sich der europäische Markt für Papiersäcke 2024 erholt. Die Lieferungen stiegen um 2,2 Prozent auf 5,32 Milliarden Einheiten. Das stärkste Wachstum verzeichneten Lebensmittelprodukte (ohne Milchpulver) mit +6,8 Prozent, gefolgt von Tierfutter und chemischen Produkten (jeweils +6,2 Prozent). Während Zement, Milchpulver und Mineralien weiterhin rückläufig waren, verlangsamte sich der Rückgang, was auf eine Stabilisierung hindeutet. Der Bereich Baustoffe (ohne Zement) trug mit einem Anstieg von 3,1 Prozent ebenfalls positiv bei. Ein Blick ins erste Quartal 2025 deutet auf einen noch solideren Aufwärtstrend mit Zuwächsen in allen Sektoren hin.

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Aktuelle und zukünftige EU-Gesetzgebung

Regulatorische Entwicklungen bleiben ein treibender Faktor in der Branche. Laura Mazzei von CITPA gab einen Überblick über aktuelle politische Tendenzen, die die Branche prägen – etwa das Ziel der Dekarbonisierung bis 2050 und die längere Ressourcennutzung innerhalb der Wirtschaft. Ihre Botschaft: Verpackungen müssen funktional, recyclingfähig und auf die Die Teilnehmer erhielten ein Update zu Markttrends, aktueller EU-Gesetzgebung, Strategien zur Verhaltensänderung und einen Einblick in die neuesten Entwicklungen rund um Papiersäcke.

Eine anschließende Podiumsdiskussion beleuchtete Recyclinginitiativen für Papiersäcke in verschiedenen europäischen Ländern. Die Branche hat eine Allianz mit über 70 Unternehmen entlang der gesamten Bauwertschöpfungskette und 180 Baustellen gegründet, um Kreislaufwirtschaft durch Multimaterial-Recycling und skalierbare Pilotprojekte voranzutreiben. Zentrale Erkenntnis: Kreislaufwirtschaft entsteht nicht von allein – aber durch branchenübergreifende Zusammenarbeit kann sie zu einem tragfähigen Geschäftsmodell werden.

Papiersäcke vs. WPP-Säcke – ein Vergleich

Die Rolle von 50-kg-Zementsäcken aus gewebtem Polypropylen (WPP) in Ländern außerhalb Europas wurde mit papierbasierten Alternativen verglichen. Thomas Hilling von Haver & Boecker und Dominik Wörsdörfer von Windmöller & Hölscher präsentierten Marktentwicklungen, Produktion, Anwendung, Handhabung und technische Leistungsfähigkeit. Ihren Beobachtungen zufolge benötigt die Herstellung von Papiersäcken dreimal weniger Platz, erzeugt dreimal weniger Abfall, verbraucht nur 20 Prozent der Energie und benötigt lediglich ein Zehntel der Arbeitskraft im Vergleich zur WPP-Sackproduktion. Ergänzend dazu stellte Elin Gordon von CEPI Eurokraft Ergebnisse einer aktuellen Laborstudie vor, die Füllgeschwindigkeit, Produktverlust, Staubentwicklung und CO₂-Fußabdruck beider Verpackungsarten verglich. Das Ergebnis: Papiersäcke lassen sich 21 Prozent schneller befüllen, verringern den Produktverlust um das Vierfache, erzeugen nur ein Drittel des Staubs und haben lediglich die Hälfte des CO₂-Ausstoßes im Vergleich zu WPP-Säcken.

Preisträger des Grand Prix 2025

Der Gold Award ging an expandyble von Dy-pack. Der Sack passt sich exakt dem Füllvolumen an – mit einer möglichen Expansion von bis zu 30 Prozent. Eine einzige Sackgröße kann damit für verschiedene Produkte verwendet werden, was Lagerhaltung und Logistik vereinfacht. Ein weiterer Vorteil: Der geringere Innendruck beim Befüllen ermöglicht einen schnelleren Befüllprozess. Der Sack ist robuster als herkömmliche Säcke und reduziert Bruch und Sackplatzer. Zudem unterstützt seine Oberfläche die Wasseraufnahme im Recyclingprozess – im Einklang mit etablierten Recyclingpraktiken. „Er löst ein häufiges Kundenproblem und kann helfen, nicht-papierbasierte Lösungen zu ersetzen, wo variable Größen gefragt sind“, so die Jury.

Die Unternehmen W. Gröning und Billerud wurden mit dem Silber Award für ihr gemeinsames Projekt „Future-Proof Paper Sack for Low-Carbon Cement“ ausgezeichnet. Die Lösung kombiniert ultraatmungsaktives und halbdehnbares Sackkraftpapier mit einer 8 µm HDPE-Folie, die 35 Prozent PCR enthält, um zukünftigen PPWR-Vorgaben zu entsprechen. Sie ermöglicht ein staubfreies, hocheffizientes Abfüllen feiner, CO₂-reduzierter Zementmischungen, die voraussichtlich immer häufiger zum Einsatz kommen werden. Gleichzeitig bietet der Sack hohen Feuchtigkeitsschutz, große Festigkeit und einen reduzierten CO₂-Fußabdruck – unter Verwendung bereits verfügbarer Materialien. Die Jury hob die doppelte Innovation hervor: eine verbesserte Papierporosität für feinere Zementmischungen und eine recycelte PE-Folie mit vergleichbarer Leistung zu herkömmlichen Varianten.

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Der Bronze Award ging an den re/cycle Paperplus Bag Advanced von Mondi. Dieser leistungsstarke Papiersack verfügt über eine fortschrittliche 20 µm-Barrierefolie, die herkömmliche HDPE-Lagen von 30 bis 50 µm ersetzt. Der Kunststoffverbrauch wird dadurch um bis zu 60 Prozent reduziert – bei gleichbleibendem Feuchtigkeitsschutz. Kunden profitieren von geringeren Emissionen, besserer Recyclingfähigkeit und Kompatibilität mit bestehender Abfülltechnik – und das bei gleichzeitiger Einhaltung der sich weiterentwickelnden EU-Vorgaben und gleichbleibender Produktleistung.

Conflex HeatSeal, entwickelt von Billerud, beeindruckte das Publikum und wurde mit dem Public Choice Award ausgezeichnet. Es handelt sich um ein recycelbares, PE-freies, heißsiegelfähiges Papier, das Kunststoffverpackungen in vorgefertigten Beuteln und Form-Fill-Seal-Anwendungen ersetzt. Die tonbasierte Beschichtung gewährleistet Recyclingfähigkeit und macht es zu einer zukunftsfähigen Alternative. Eingesetzt von einer schwedischen Möbelmarke, konnte damit der Plastikmüll reduziert und die CO₂-Emissionen schätzungsweise um 50 Prozent gesenkt werden – bei einer um 30 Prozent höheren Liniengeschwindigkeit und 20 Prozent besserer Verpackungseffizienz. Mit einem CEPI-Recyclingwert von 18/20 und Zulassung für Lebensmittelkontakt bietet die Lösung sowohl ökologische als auch operative Vorteile.

 

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