Neue Strategien für die Versorgungssicherheit in Europa Innovative Werkzeuge für sozialverträglichen Bergbau
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Bergbau ist ein kontrovers diskutiertes Thema: Einerseits brauchen wir Rohstoffe wie Kupfer für die Transformation zu klimafreundlichen Technologien, andererseits werden Erkundung und Rohstoffabbau vor allem mit Umweltverschmutzung und Ausbeutung in Verbindung gebracht. Ein Team hat im EU-Projekt Vector Geowissenschaften mit Daten- und Sozialwissenschaften verknüpft. Das Ergebnis sind effiziente und störungsarme Erkundungsmethoden.
„In Europa muss ein Umdenken in Bezug auf Rohstoffabhängigkeiten stattfinden. Um diese zentrale Forderung des 2023 beschlossenen Critical Raw Materials Act der europäischen Union umzusetzen, müssen wir neue Wege und Strategien finden, um die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen in Europa abzusichern. Dafür ist die Förderung europäischer Rohstoffvorkommen von essentieller Bedeutung. Doch für regionalen Bergbau braucht es sowohl innovative Erkundungstechnologien als auch gesellschaftliche Akzeptanz. Deshalb ist nicht nur der geowissenschaftliche Blickwinkel von Bedeutung, wenn es um die Erschließung neuer Mineralvorkommen geht, sondern auch der sozialwissenschaftliche Aspekt“, sagt Projektkoordinator Dr. Richard Gloaguen vom HIF. Innerhalb der letzten drei Jahre haben 18 Partner aus sieben europäischen Ländern gemeinsam in diesem Spannungsfeld geforscht und mittels neuartiger Erkundungs- und Datenanalysemethoden sowie sozialwissenschaftlicher Studien, evidenzbasiertes Wissen und Werkzeuge entwickelt, die beide Aspekte der Rohstoffbeschaffung berücksichtigen. Die Ergebnisse sind auf einer frei zugänglichen Plattform bereitgestellt.
Einschätzung von Rohstoffpotentialen
Zur Erkundung von Erzvorkommen entwickelte das Vector-Team eine Art Toolbox. Diese beinhaltet mehrere neuartige Technologien und Arbeitsabläufe, die es ermöglichen unterschiedlichste geowissenschaftliche Daten – zum Beispiel geophysikalische, geochemische oder hyperspektrale – eines Untersuchungsgebiets miteinander zu kombinieren und zu visualisieren, um dessen Rohstoffpotential besser einschätzen zu können. Zum Einsatz kamen dabei unter anderem neue passive Erkundungsmethoden wie die Magnetotellurik. Sie ermöglichen einen Blick in den Untergrund, ohne ihn zu stören. Statt künstlich erzeugte Signale in die Erde zu schicken, nutzt die Magnetotellurik natürliche elektromagnetische Felder, die ohnehin vorhanden sind. So werden geologische Strukturen und Materialeigenschaften bis in eine Tiefe von über einem Kilometer sichtbar – umweltschonend und effizient.
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