Forschung im Batterierecycling Innovative Recyclingprojekte sichern Rohstoffe für die Zukunft
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Batterien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – doch was passiert mit ihnen, wenn sie verbraucht sind? Große Automobilhersteller wie Mercedes-Benz und BMW setzen bereits auf innovative Recyclingmethoden. Doch es liegt noch ein weiter Weg vor uns, den Kreislauf der Batterien zu schließen. Forscher in Deutschland und Europa arbeiten an bahnbrechenden Projekten, die nicht nur den Weg für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft ebnen, sondern Europa unabhängiger von Rohstoffimporten machen könnten.
In jedem Supermarkt stehen sie mittlerweile: kleine Sammelbehälter, in die man seine verbrauchten Lithium-Ionen-Batterien einwerfen kann. Mercedes-Benz hat gerade seine neue Recyclingfabrik in Kuppenheim eingeweiht, BMW plant ebenfalls, in dieses Geschäft einzusteigen und will Batteriezellen direkt recyceln. Läuft also offenbar ganz gut mit dem Batterierecycling in Deutschland. Ein genauer Blick auf die Projekte zeigt allerdings, dass es sich bei beiden Vorhaben um Pilotprojekte handelt und noch jede Menge Forschungsarbeit nötig ist. Für Institute und Universitäten gibt es also noch viel zu tun, um die Batteriekreisläufe zu schließen. Was also tut sich gerade in Deutschland Europa und an welchen Projekten arbeiten die Forscher?
Sekundäre Quellen erschließen
Viele Recyclingtechnologien konzentrieren sich auf die Rückgewinnung von Lithium aus Batterieschrott. Ziel des ambitionierten EU-Forschungsprojekts „RELiEF“ ist es hingegen, Lithium aus potenziellen sekundären Quellen zurückzugewinnen. Denn der Anteil des nicht zurückgewonnenen Lithiums, das bei der Produktion entsteht – also der Abfall – liegt derzeit bei ca. 27 % der weltweiten Lithium-Produktion. Die Experten wollen eine integrierte Recyclinganlage für Lithium aus sekundären Rohstoffquellen mit kontinuierlicher Verarbeitung entwickeln. Die Lithium-Abfälle sollen so um mehr als 70 % reduziert und recycelt werden. Ziel ist es, dass Europa sich zukünftig selbst mit Lithium versorgt und sich unabhängig gegenüber Abbauländern wie China oder Chile macht. An dem Projekt arbeiten Forscher aus zwölf Instituten aus Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Portugal und Rumänien zusammen. Das interdisziplinäre Team setzt sich zusammen aus Experten aus dem Bergbau und mineralogische Aufbereitung, Metallrecycling, chemische Aufbereitung, Verarbeitung von Batteriematerialien, Nachhaltigkeit und Geschäftsmodellierung. Aus Deutschland sind das ZSW – Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg und Euric (European Recycling Industries' Confederation) am Projekt beteiligt.
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