Europäische Normen für zivile Explosivstoffe Die Sicherheit für Infrastrukturprojekte erhöhen

Quelle: Pressemitteilung BAM 1 min Lesedauer

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Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat gemeinsam mit Partnern 57 europäische Normen für zivile Explosivstoffe überarbeitet und weiterentwickelt. Ziel der neuen Regelungen ist es, das Sicherheitsniveau zu erhöhen, technologische Innovationen zu fördern und zugleich den freien Warenverkehr im europäischen Binnenmarkt zu stärken.

Auf ihrem Testgelände Technische Sicherheit in Horstwalde untersucht die Experten der BAM, wie sich Explosivstoffe in der Praxis verhalten. (Bild:  BAM)
Auf ihrem Testgelände Technische Sicherheit in Horstwalde untersucht die Experten der BAM, wie sich Explosivstoffe in der Praxis verhalten.
(Bild: BAM)

Zivile Explosivstoffe kommen in vielen Bereichen zum Einsatz, die für die Wirtschaft und Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind. Dazu zählen u.a. der Bau von Tunneln und Bahntrassen, die Gewinnung von Metallen für Batterien und andere Schlüsseltechnologien sowie kontrollierte Gebäudeabbrüche in urbanen Räumen. Veraltete oder uneinheitliche technische Vorgaben können hier gravierende Folgen haben – von Sicherheitsrisiken auf Baustellen bis hin zu Verzögerungen und Mehrkosten bei Großprojekten.

Die überarbeiteten Normen sorgen nun für europaweit einheitliche Sicherheitsanforderungen. Ein Sprengstoff, der etwa in Spanien hergestellt wird, kann damit unter denselben technischen und sicherheitsrelevanten Bedingungen auch in Deutschland eingesetzt werden. Damit reduzieren die Neureglungen bürokratische Hürden für Hersteller von Explosivstoffen sowie die Verfügbarkeit für die Anwender.

Ein zentrales Ergebnis der Normenüberarbeitung ist die erstmalige Einführung einer eigenständigen Norm für elektronische Zündsysteme. Diese ermöglichen eine präzisere zeitliche Steuerung von Sprengungen, wie sie etwa beim Tunnelbau oder in dicht besiedelten Gebieten erforderlich ist, um das Sprengergebnis, Erschütterungen und Lärmbelastungen besser kontrollieren zu können. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Fehlzündungen.

Mit der Überarbeitung der Normen reagiert die Europäische Union auf aktuelle Herausforderungen wie den beschleunigten Ausbau von Infrastrukturen, den sicheren Abbau kritischer Rohstoffe und die zunehmende Digitalisierung industrieller Prozesse. Gemeinsam mit ihren Partnern leistet die BAM einen wichtigen Beitrag, industrielle Anwendungen europaweit sicherer, effizienter und vergleichbar zu machen. An der Normierungsarbeit beteiligten sich neben der BAM das Deutsche Institut für Normung (DIN), das Europäische Komitee für Normung (CEN) sowie europäische Hersteller, Anwender, Marktüberwachungsbehörden und Konformitätsbewertungsstellen.

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