Weltweite Projekte zu Seltenen Erden Dera-Studie: Bei Dysprosium, Terbium & Co. wird der Westen noch lange Zeit von China abhängig sein

Quelle: Pressemitteilung BGR 3 min Lesedauer

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Weltweit sind rund 470 Lagerstätten von Seltenen Erden bekannt. Zwar liegen knapp 200 von ihnen außerhalb Chinas, dennoch verfügt das Land bei weitem über die größten Reserven und Produktionsmengen, weshalb der Westen gerade bei der Versorgung mit den sogenannten schweren Seltenen Erden noch für lange Zeit von China abhängig sein wird. Ein Grund dafür sind auch die gegenwärtig niedrigen Weltmarktpreise. Sie erschweren die Entwicklung von neuen Projekten in anderen Ländern. Außerdem fehlt es dort häufig an der nötigen Infrastruktur, Investoren und vor allem Knowhow. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR),

(Maks Lab - stock.adobe.com)
(Maks Lab - stock.adobe.com)

Seltene Erden stecken in Magneten, Metalllegierungen oder Katalysatoren. 16 Elemente zählen zu dieser Gruppe, darunter Lanthan, Neodym, Dysprosium oder Terbium. Sie werden in zahlreichen Hochtechnologiebereichen eingesetzt und sind für die Energie- und Mobilitätswende unersetzlich. Dennoch ist der Markt für Seltene Erden seit vielen Jahren mit unterschiedlichsten Herausforderungen konfrontiert.

„Alle Unternehmen, die derzeit Seltene Erden fördern oder verarbeiten, melden wirtschaftliche Probleme. Auch die in China“, berichtet Dr. Harald Elsner, Mitautor der neuen Dera-Studie. Das Problem: Zwar soll die Nachfrage nach Seltenen Erden zumindest für Permanentmagneten – also für Verwendungen in der Elektromobilität und für Windkraftanlagen – zukünftig deutlich steigen. „Doch noch ist davon auf dem Markt wenig zu merken“, so Elsner. Zudem sind alle anderen Verwendungsbereiche im Bedarf stabil, wenn nicht sogar rückläufig. So haben es gerade neue Projekte außerhalb Chinas äußerst schwer, ihre Wirtschaftlichkeit darzustellen. Viele Unternehmen verkünden zwar seit langem, dass sie in Kürze die Produktion aufnehmen wollen, doch den Ankündigungen folgen keine Taten, so ein zentrales Resultat der Studie.

In Deutschland existieren keine wirtschaftlich gewinnbaren Seltene Erden (SE)-Vorkommen und keine Aufbereitungsmöglichkeiten für Seltene Erden-Erze (SEE). Die deutsche Wirtschaft verbraucht jährlich rund 5.000 t SEE bzw. SE-Verbindungen, was etwa 1,5 -2 Prozent der weltweiten Nachfrage entspricht. Mit weitem Abstand zählen die Katalysatorenproduzenten zu den größten Verbrauchern von Seltenen Erden in Deutschland

Schwere seltene Erden sind besonders kritisch

Besonders kritisch ist weiterhin die Versorgung mit schweren Seltenen Erden. Diese kommen immer noch zu 100 Prozent aus China bzw. werden unter nicht nachhaltigen Bedingungen in Myanmar abgebaut und in China raffiniert. An einer Lösung dieses geostrategischen Risikos sind vor allem Unternehmen interessiert, die Permanentmagnete einsetzen, die häufig unter Zugabe der schweren Seltenen Erden Dysprosium oder Terbium hergestellt werden. Zu den betroffenen Unternehmen zählen nicht nur die weltweiten Automobilhersteller, sondern z. B. auch die US-amerikanische Rüstungsindustrie. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum US-Präsident Trump u. a. an Grönland interessiert ist. Dort befindet sich die weltgrößte Lagerstätte schwerer Seltener Erden. Auch dort blieb eine Förderung bisher aus.

Stattdessen werden schwere Seltene Erden – wenn auch in relativ geringen Mengen – viel eher aus Lagerstätten in Australien auf den Weltmarkt gelangen. So hat die Firma Lynas Rare Earths angekündigt, ab diesem Jahr in ihrem Werk in Malaysia und später auch in den USA aus australischem Erz schwere Seltene Erden zu erzeugen. Zudem errichtet die australische Firma Iluka Resources derzeit eine große Aufbereitungsanlage in Westaustralien, die ab 2027 ebenfalls schwere Seltene Erden liefern soll. „Dies würde die Abhängigkeit der westlichen Welt von China bei diesen ganz speziellen Rohstoffen deutlich reduzieren“, ist auch BGR-Experte Elsner überzeugt. Die Studie wurde auf der Dera-Website veröffentlicht. 

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