Baustoffindustrie Baustoffindustrie senkt Prognose für 2026 und fordert mehr Reformtempo

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Nach Jahren der Rezession rechnet der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V. (BBS) für 2026 nur noch mit einer stagnierenden Produktion. Damit korrigiert der Verband seine zu Jahresbeginn abgegebene Prognose von plus zwei Prozent wieder nach unten.

Dr. Dominik von Achten, Präsident des Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden: „2026 ist weiterhin nicht mit einer Erholung der Baustoffproduktion zu rechnen.“(Bild:  Steffen Höft/Heidelberg Materials)
Dr. Dominik von Achten, Präsident des Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden: „2026 ist weiterhin nicht mit einer Erholung der Baustoffproduktion zu rechnen.“
(Bild: Steffen Höft/Heidelberg Materials)

Auf der diesjährigen Jahrestagung des Verbandes am 24. Juni 2026 in Berlin erklärte BBS-Präsident Dr. Dominik von Achten, dass die Hauptgründe für die Stagnation der Baustoffproduktion auf der Hand lägen: „Ein relativ langer Winter sowie die Verunsicherung der Märkte durch die volatile geopolitische Lage und die ausbleibenden Reformen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau. 2026 ist weiterhin nicht mit einer Erholung der Baustoffproduktion zu rechnen.“ Besonders frustrierend sei, dass der Bedarf weiterhin hoch bleibe: „Die marode Infrastruktur verfällt weiter, wir haben den niedrigsten Stand an neuen Wohnungen seit zwölf Jahren und auch bei der Energieeffizienz im Gebäudesektor besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf“, fasst von Achten die aktuelle Lage zusammen.

Von politischer Seite sei der Handlungswille zwar erkennbar, die Umsetzung dauere jedoch insgesamt viel zu lange. So habe das Gesetz zur Beschleunigung von Infrastrukturvorhaben zu lange im Bundestag gelegen. Auch die Schaffung des inzwischen vorhandenen rechtlichen Rahmens für die Speicherung von CO₂ habe Jahre in Anspruch genommen. Große Sorge bereitet von Achten insbesondere die Umsetzung des Sondervermögens Infrastruktur: „Zu Beginn war der Deal klar - historische Verschuldung gegen mutige Reformen. Wenn jetzt allerdings nicht zügig reformiert wird, droht das Sondervermögen, ohne spürbaren volkswirtschaftlichen Effekt zu versickern. Das wäre das Worst-Case-Szenario.“

Zumindest im Bereich der Energiepolitik habe die Bundesregierung geliefert. Die im Koalitionsvertrag enthaltenen Entlastungen seien zügig umgesetzt worden. „Man sieht: Handlungsfähigkeit ist möglich, wenn alle politischen Akteure mitziehen“, so von Achten. Absolutes Unverständnis äußert er hingegen mit Blick auf das geplante Gesetz zur natürlichen Infrastruktur. Der Entwurf sieht als Antwort auf die Planungsbeschleunigung im Infrastrukturbereich unter anderem vor, verschiedene Bereiche des Naturschutzes als überragendes öffentliches Interesse zu definieren und damit die Flächenkonkurrenzen weiter zu verschärfen. Für Steine-Erden-Unternehmen, die in den kommenden Jahren Folgegenehmigungen zur Gewinnung von mineralischen Rohstoffen anstreben, wäre das Gesetz in dieser Form eine rohstoffpolitische Katastrophe. Deutschlands Industrie, so von Achten, kann nur aus seinem wirtschaftspolitischen Tief herauskommen, wenn die politische Prioritätensetzung auf industrielle Wettbewerbsfähigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausgerichtet werde.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung hat der BBS zu einem Parlamentarischen Abend eingeladen. Hier diskutierte von Achten mit Katharina Beck (B90/ Die Grünen), Dr. Andreas Lenz (CSU) und Sebastian Roloff (SPD) über den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland, das Sondervermögen Infrastruktur sowie die Herausforderungen der industriellen Transformation.

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